Was ist Mediation?
Mediation ist ein strukturiertes und außergerichtliches Verfahren zur Konfliktlösung und heißt übersetzt „Vermittlung“. Mediation ist weder Therapie noch ein „Gerichtsverfahren light“. Es geht nicht um die Klärung der Schuldfrage, sondern um eine zukunftsorientierte Lösung des Konfliktes - im Konsens, nachhaltig, tragfähig und rechtsgültig. Der ergebnisoffene Mediator ist allparteilich und führt durch das Verfahren. Er ist kein Schiedsrichter, wertet und bewertet nicht, sondern ist Begleiter beider (aller) Parteien auf dem Weg zur Lösung.

Was ist das Besondere an Mediation?
In der Mediation geht es nicht (nur) um Zahlen, Daten und Fakten, sondern in erster Linie um die Gefühle, Bedürfnisse und Interessen, welche hinter den Standpunkten stehen und zu den festgefahrenen Positionen geführt haben.
Wir Menschen haben ein subjektives Empfinden darüber, was „recht“ ist. Dieses persönliche Empfinden bekommt in diesem Verfahren einen großen Stellenwert. Über den gegenseitigen Verständnisaufbau während des Verfahrens erarbeiten die Medianden (Klienten) schließlich selbst die Lösung. Einer abschließenden Vereinbarung müssen beide Seiten freiwillig und vollinhaltlich zustimmen (win-win-Lösung). Es ist naheliegend, dass das Ergebnis dadurch nachhaltiger ist und von beiden Seiten besser mitgetragen wird. Sie sparen somit Kosten, Zeit und Kraft!

Wie läuft das Verfahren ab?
Die Medianden treffen sich mit dem Mediator in geschütztem und vertraulichem Rahmen zu mehreren Sitzungen. Der allparteiliche Mediator sorgt für Gesprächskultur und führt durch die einzelne Phasen der Mediation. Die Medianden sind für die Inhalte verantwortlich, der Mediator für das Verfahren.

Welche Voraussetzungen sind notwendig?

Wichtigste Voraussetzung und beste Basis für einen erfolgreichen Abschluss ist die Freiwilligkeit aller Beteiligten sowie die Bereitschaft, gemeinsam an einer Lösung mitzuarbeiten. Das Mediationsverfahren ist vertraulich. Mediation kann zudem nur stattfinden, wenn alle anderen Verfahren (z.B. Gerichtsverfahren) in diesem Zeitraum ruhen.

Worin unterscheidet sich Mediation von z.B. einem Gerichtsverfahren?
In einem Gerichtsverfahren versuchen Anwälte die Positionen ihrer Klienten bestmöglich durchzubringen, was meist auf Kosten der jeweils anderen Partei und somit der zwischenmenschlichen Beziehung geht. Richter bewerten die Argumente und treffen eine Entscheidung über Schuld bzw. Konsequenzen.
Ein Gerichtsverfahren dauert meist sehr lange, die Kosten für Anwälte und Verfahren werden nach Streitwert berechnet.
Schließlich verfügt man dann zwar über ein Urteil in der Streitsache, die Beziehung wird dadurch jedoch eher zusätzlich belastet (win-lose oder lose-lose) - weitere (neue) Folge-Konflikte sind daher sehr wahrscheinlich.

In welcher Form schließt eine Mediation ab?
Eine Mediation endet bei positivem Abschluss mit einer Mediationsvereinbarung. Man unterscheidet prinzipiell unverbindliche und verbindliche Vereinbarungen. In welcher Form diese ausgefertigt werden, entscheiden die Klienten. Die Möglichkeiten reichen von einfachen Fotoprotokollen über „Handschlag-Zeremonien“ bis hin zu notariell ausgefertigten Verträgen, die bei Nichteinhaltung einklagbar sind.

Was ist eine Mediationsklausel?
Viele Klienten wünschen sich ein in der Mediationsvereinbarung geregeltes und verankertes Prozedere, falls es im Laufe der Zeit Probleme in der Umsetzung der in der Mediationsvereinbarung vereinbarten Lösungsschritte gibt. Die Mediationsklausel besagt, dass man in diesem Falle die neu (oder wieder) auftretenden Probleme innerhalb einer bestimmten Frist durch eine erneute Mediation regeln möchte.

Kann eine Mediation scheitern?
Bringen alle Konfliktpartner den tatsächlichen Willen zur gemeinsamen Lösungsfindung mit, ist die Wahrscheinlichkeit eines positiven Abschlusses sehr groß.
Manche Fälle sind so komplex oder die Bereitschaft der Klienten zu wenig ausreichend, sodass die Mediation abgebrochen oder erst gar nicht begonnen werden kann. Da Mediation auf dem Prinzip der Freiwilligkeit besteht, kann jeder Konfliktpartner oder auch der Mediator die Mediation zu jedem Zeitpunkt abbrechen, wenn die weitere Arbeit nicht mehr zielführend erscheint.

Was kostet Mediation?
Mediation wird nach einem fixen Stundenhonorar abgerechnet. Hinzu kommen neben vereinbarten Spesen die Kosten für allfällig notwendige Beratung durch Sachverständige, Beratungsanwälte, etc. Insgesamt entstehen deutlich geringere Kosten als z.B. bei einem Gerichtsverfahren. Nähere Informationen erhalten Sie in einem dem Verfahren vorangestellten Erstgespräch.

Wo findet die Mediation statt?
Wir sind bemüht, den betroffenen Klienten eine möglichst angenehme Arbeits-Atmosphäre während der Mediation zu gewährleisten. Daher ist es in unseren Augen wenig zielführend, diese quasi „am Ort des Geschehens“ durchzuführen.
Mediationen in kleinem Setting mit nur wenigen Klienten finden in einem unserer beiden Büros in Graz - Liebenau statt. Für Gruppenmediationen mieten wir einen geeigneten Seminarraum je nach Bedarf. Dies wird im Rahmen eines Vorgespräches besprochen und geklärt.


Was ist eine Co-Mediation?

in komplexen Fällen, in Mediationen mit Gruppen oder auf Wunsch kann eine zweiter Mediator hinzugezogen werden. V.a. in Mediationen im familiären Bereich hat sich der Einsatz eines gemischtgeschlechtlichen Mediatoren-Paares sehr bewährt.

zurück